Eigene Krankheitsgeschichte


Bei rechtzeitiger Behandlung muss es nicht zu diesem Krankheitsverlauf kommen

 

      Foto: HAZ / Tobias Kleinschmidt

    Artikel 1: Hannoversche Allgemeine Zeitung
    Artikel 2: Hannoversche Allgemeine Zeitung

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1984:   September  Brombeerpflücken im Schwäbischen Wald

1984:   Oktober  Müdigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit

1984:   Ende Oktober  Am rechten Unterschenkel handtellergroße, starke Rötung, Schüttelfrost, Fieber, Bewusstlosigkeit

 
1. ärztliche Diagnose:  Überarbeitung! (Hatte gerade Urlaub beendet!)


2. ärztliche Diagnose: Virusinfekt, Neuritis-Vestibularis (Entzündung des Gleichgewichtsnerves und Hörnerves).

1984:  November Weitere Kreislaufzusammenbrüche. Herzbeschwerden. Herzrythmusstörungen.


3. ärztliche Diagnose:
Herzmuskelentzündung, Vegetative Dystonie.

1984:  Dezember  Krankenhausaufnahme.


4. ärztliche Diagnose: Lähmung im rechten Bein, Ursache unbekannt. Vegetative Dystonie, Hypochondrische Persönlichkeit. Beschwerden: Temperatur bis 39 Grad, Brechreiz, STARKE Kopfschmerzen. Lesen nicht möglich da die Schrift verschwommen, Gangstörung. Neurologe empfiehlt Nervenwasseruntersuchung/ Liquor.  

Ergebniss
:
 
Eiweiss im Nervenwasser (Liquor), Ergebnis wird vom Chefarzt angezweifelt. Blutuntersuchung: Titer bei FSME und Borreliose positiv. Nachkontrolle wird angeordnet. Dann angeblich Liquor i.O. Blutuntersuchung weiter stark positiv.


5. ärztliche Diagnose:
Virusinfekt unbekannter Herkunft, Hypochondrische Persönlichkeit. 1 Woche Docycyclin oral reicht lt. Chefarzt.

1985 Frühjahr: Aufnahme in eine Uni-Klinik. Nervenwasseruntersuchung wird nicht mehr empfohlen. Borreliose und FSME trotz positivem Titer ausgeschlossen. Lt.Oberarzt ist 1 Woche Docycyclin  ausreichend.


6. ärztliche Diagnose:
Lt. Oberarzt vegetative Dystonie, event. berufliche Probleme.

1985: Mitte des Jahres: Gehen nur noch mit Hilfe möglich, jeden Tag Fieber, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden.

1985: Katharinenhospital Stuttgart stellt bei der Untersuchung fest: Bestehende oder abgelaufene Miningitis oder Encephalitis. Arzt ist erschrocken über die vielen Fehldiagnosen.

1985: Ende des Jahres: Umzug nach Hannover, Zustand verschlechtert sich weiter.


7. ärztliche Diagnose:
Herzneurose

1986: Zusammenbruch! Verdacht auf Herzinfarkt. Krankenhaus-Intensivstation.


8. ärztliche Diagnose:

Verdacht auf AIDS, Lymphdrüsenkrebs, u.a. Erst Dank einer engagierten Ärztin wurden alle Blut-und Nervenwasseruntersuchungen wiederholt. Ergebnis: HOHE Eiweißkonzentration und Borrelienantikörper im Liquor, Störung der Blut-Hirn-Schranke. Borrelien AK- Titer im Blut 1050 Einheiten, IGM- Titer positiv. Kontaktaufnahme zu Herrn Prof. Ackermann in Köln und zu Prof. Germer in Berlin. Diesen Ärzten habe ich mein Leben zu verdanken. Sofortige Therapieaufnahme mit Penicillin G i.V. mit mehreren Zyklen, Herzklappenuntersuchung, neurol. Untersuchung. Erst Verbesserung, dann wieder Verschlechterung.

1986 - 1987:
Mehrere antibiotische Therapien, erst ab 1987 Rocephin hochdosiert. 1988 - 1993 mehrere Rocephin-Therapie- Intervalle stationär, plus Magnesium und Vitamin C.

1999: Wieder Rocephin- Therapie notwendig.

Zurückgeblieben sind zahlreiche Beschwerden durch den langen Krankheitsverlauf und die vielen Fehldiagnosen. Es erfolgte dann die Frühberentung und der Gutachter riet dazu, die zuvor behandelnden Ärzte zu verklagen. Meinen Beruf als Psychologe und Coach mußte ich leider aufgeben.

Später kam noch eine Erkrankung und Entfernung einer Speicheldrüse/Submandibularis  und eine Schilddrüsenerkrankung/Hashimoto (hier der Buchhinweis) mit Entfernung der linken Schilddrüsenhälfte und einer Nebenschilddrüse dazu.  Es scheint sich bei mir in der Folge der Borreliose eine Autoimmunerkrankung gebildet zu haben, wie mehrere Mediziner meinten. Meine Beobachtung durch die vielen Anfragen ist, dass ca. 60% der Borrelioseerkrankten die im chronischen Krankheitsstadium waren auch in der Folge an einer Schilddrüsenerkrankung leiden.

In den ersten Jahren der akuten Erkrankung wurde nicht nur ich, sondern die ganze Familie von ärztlicher Seite "allein gelassen". Nicht nur die Ignoranz meinen Beschwerden gegenüber brachte mich oft an den Rand der Verzweiflung, sondern auch die daraus resultierende Hilflosigkeit der Familie belasteten nicht selten bis an die Grenze des Ertäglichen. Als dann nach fast 3 Jahren endlich eine Neuroborreliose und wohl auch eine zu Beginn der Erkrankung festgestellte FSME als Krankheitsursache gefunden wurde, konnte zwar antibiotisch therapiert werden, aber der Körper hatte dauerhaft Schaden genommen. Ein Berufsleben wurde nicht mehr möglich. Viele Beschwerden sind zurückgeblieben- die ich erst lernen mußte in meinen Alltag zu integrieren. Innere Kraft konnte ich und die ganze Familie immer wieder aus unserem christlichen Glauben schöpfen, Zuversicht und Hoffnung dadurch gewinnen. Auch das Gebet von Mitchristen gab uns immer wieder Mut und neue Kraft.

Ich wünsche allen Ratsuchenden und Betroffenen Hilfe, Zuversicht und Hoffnung, sowie eine Verbesserung der Beschwerden und eine gute ärztliche Begleitung. Jeder mensch braucht in schwierigen Zeiten eine enge Unterstützung durch Angehörige und Ärzte die sich hier als Begleiter vesrtehen.